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Cannes kann 2010! 03. Mai – 07. Mai PDF Drucken
Image„Bis heute ist die Stadt ein Treffpunkt der Reichen und Schönen“
Dass diese Beschreibung aus „Wikipedia“ erst bestätigt werden musste, war den Leistungskursen Chemie und Biologie klar und unser Ziel für die Abschlussfahrt somit auch: Cannes.
Am Sonntag Abend hatten wir also vor, Kandel den Rücken zu kehren und Cannes zu beweisen, dass die wirklichen Reichen und Schönen in 13 Stunden die Stadt unsicher machen werden! Auf unserem Weg mit dem Reisebus nach Südfrankreich machten wir uns gleich noch auf die Suche nach Ricola und Spaghetti. Unser Weg führte uns also durch die Schweiz und durch Italien.
Erster Tag: Ankunft und Besichtigung Cannes’

ImageGegen Mittag waren wir dann endlich da. Wir konnten uns erst mal auf unseren Zimmern einrichten und die Jogginghosen gegen kurze Hose, T-Shirt und Flip-Flops tauschen und uns danach gemeinsam zu einer Besichtigungstour von Cannes treffen.
Nach einem kleinen Marsch, den Strand entlang, ging es zu einem im Altstadtviertel Le Suquet gelegenen Aussichtspunkt. Dort konnten wir die Umgebung genießen und wir staunten über die Häuser, das Meer und auch über die Yachten.

ImageUnsere Erwartung, den Nachmittag am Meer zu verbringen, fiel leider ins Wasser. Dass das nicht daran lag, dass wir ins Meer fielen, sondern dass es regnete, hatten die Wolken schon angekündigt. Dennoch war unsere Laune nicht getrübt und wir erkundeten in Kleingruppen Cannes. Zur Auswahl standen auch der Besuch des berühmten Boulevard de la Croisette und das Palais des Festivals. Obwohl Cannes eher für das sehr gute Wetter bekannt ist, scheinen die Leute nur darauf zu warten, dass es regnet, schließlich hatten wir plötzlich mehrere nette Leute um uns, die Regenschirme verkaufen wollten. Mit nassen Füßen und freier Zeit verbrachten wir den ersten Tag in Cannes. Die meisten entdeckten viele Apotheken, dass der Kleidungsladen Zara genauso teuer ist wie in Deutschland und dass die Leute in den Cafés trotz Regen draußen sitzen (Pavillon?). Am meisten freute man sich aber über McDonalds und Dönerbuden. Schwer zu begreifen, aber wenn man darüber nachdenkt, hat es etwas Lustiges, als Deutscher in Südfrankreich zu sein und in Dönerbuden und McDonalds etwas “Heimisches“ wiederzuerkennen. Eventuell lag es aber auch daran, dass wir uns in den Hotels selbst zu versorgen hatten und in den eben erwähnten “Restaurants“ man die Rettung vor kalten Ravioli oder trockenem Brot sah (wobei es sich hier auch darüber streiten lässt, was jetzt schlimmer ist).
Zweiter Tag: Von Nasen und musikalischen Stalaktiten
Grasse stand heute auf dem Plan. Zunächst besuchten wir die Parfumerie Galimard, in der uns die Geheimnisse des Parfums näher gebracht wurden. Glücklicherweise wurde uns gesagt, dass wir hinter den „Geruchsmixern“ keinen kranken Jungen vermuten müssen, der kleine, rothaarige Mädchen ermordet und versucht Kupfer- oder Goldgeruch zu konservieren, wie in dem Buch „Das Parfum“. Hinter den „Geruchsmixern“ stecken nämlich ganz normale Personen, die einfach als „Nasen“ bezeichnet werden. Diese Personen, die eine besonders gute Nase haben, verdienen sehr viel Geld (stinkreich, also!). Mit dem Umschreiben der Seltenheit solcher Supernasen und deren Gehalt eröffnete die Gruppenleiterin uns den Gedanken die Schule einfach zu schmeißen und nur Düfte zusammenzupanschen und sagen, dass das eben toll riecht und man damit reich wird.
ImageDann nannte sie aber die Voraussetzungen, als solche arbeiten zu können:
1) Nicht rauchen (das können manche aushalten)
2) Kein Alkohol (da wurde es schon schwieriger)
3) Nichts Süßes essen (da wir alle nicht von uns weisen konnten, auf Süßes im weiteren Leben verzichten zu können, verschwand die Hoffnung, als „Nase“ das große Geld zu machen)
Also strichen wir unseren Zukunftsplan und einige kauften sich Parfums, die nicht nur super rochen, sondern sogar glitzerten!
Von manchen Parfums, so sagte man uns, habe man erhöhte Chancen beim anderen Geschlecht (ob das der Grund war, weswegen die Parfümerie allein bei unserer Gruppe sicher 300 Euro einnahm?)
Mit vollen Taschen und einem gehörigen Mix an Gerüchen in der Nase und auf der Haut gingen wir zum Musée international de la Parfumerie. Weil es immer noch regnete, besuchten wir daraufhin eine Tropfsteinhöhle.
Der dortige Gruppenführer begleitete uns durch die Höhle und gab sogar musikalische Einlagen auf Stalaktiten zum besten, was zur Erheiterung aller führte.
Eine der tiefsten Höhlenschluchten Europas hatte diese Tropfsteinhöhle zu bieten und so waren alle recht froh, als wir wieder am Hotel waren. Dort hatten wir den Abend zur freien Verfügung.
Dritter Tag: Danke Petrus und das Meer ist echt toll!
Heute stand Nizza auf den Plan. Morgens ging es los, wie wir es schon gewohnt waren, mit Regen. Die nette Reiseführerin, die uns zunächst mit dem Bus durch Nizza führte, musste uns das regnerische Wetter auch betont auf die Nase binden (war sie nicht schon sowieso schon strapaziert genug wegen des gestrigen Parfumeriebesuchs?). Sätze wie „Wenn, das Wetter schön ist, strahlt das Meer wunderbar blau“ oder „Jetzt regnet es ja, aber eigentlich regnet es hier fast nie!“, erstickten unseren letzten Hauch von Optimismus.
Petrus wusste aber, dass er wenigstens ein bisschen nett sein musste und ließ dann doch noch die Sonne scheinen, sodass wir in unserer Zeit, in der wir Nizza verweilten, das Meer bewundern durften.
Nebenbei erwähnt war das aus dreierlei Gründen toll:
1) Wir durften die von der Reisedame schmackhaft gemachte typische Farbe der Côte d´Azur doch noch sehen.
2) Wir bekamen wenigsten eine Teilentschädigung dafür, dass ein Sturm großen Wellengang verursachte und somit die Daheimgebliebenen in große Sorge versetzte, ob es uns denn gut gehe bei dem Unwetter, was seit 50 Jahren das schwerste gewesen sein soll.
Nun sei auch an dieser Stelle erwähnt, dass es halb so schlimm war, wie es in den Nachrichten wohl geklungen haben muss: Ja, es waren hohe Wellen, ja, es hat geregnet und ja, Sonne wäre an unseren ersten Tagen auch nicht schlecht gewesen, aber niemand ist von uns untergegangen oder von irgendeiner Welle erfasst worden!
3) Wir hatten einen tollen Tag in Nizza und einige besuchten noch das Musée d`Art Moderne et d`Art Contemporain (MAMAC).
ImageVierter Tag: Die Verdon-Schlucht war es dann doch nicht
Das schlechte Wetter ließ einige von uns am letzten Tag, an dem es eigentlich galt, den größten europäischen Canyon zu durchwandern, doch noch freuen.
Diese Wanderung durch die Verdon-Schlucht hätte nämlich 5-8 Stunden dauern sollen und wäre damit für manche faulen und schnell müden Schüler mit sehr viel Anstrengung verbunden gewesen. Wegen der Nässe wäre es aber zu gefährlich gewesen, die Wanderung zu machen.
Dies sollte aber kein Grund sein, nicht zu wandern. Schließlich ging es ja weniger um die Anstrengung, als um die wunderbare Aussicht, die man genießen kann.
ImageAlso wanderten wir ersatzweise im Esterelgebirge auf einen kleineren Berg, was aber dennoch anstrengend war und mit einer schönen Aussicht belohnt wurde. Einige hätten noch Stunden dasitzen und die Ferne genießen können.
Nach einem recht mühevollen Auf- und Abstieg konnten wir den restlichen Tag in Antibes verbringen. Diese Stadt soll an der Côte d´Azur einer der schönsten Orte sein, weil sie nicht so sehr touristisch überlaufen sein soll. Lustig, wenn man bedenkt, dass wir dies äußern, obwohl wir uns selbst zu Touristen zählen.
Den letzten Abend verbrachte fast die komplette Gruppe gemeinsam in einem Pub, aber einige blieben auch auf ihren Zimmern.
ImageLetzter Tag: Abreise
Morgens ging es dann schon wieder zurück - 13 Stunden, das kannten wir bereits von der Hinfahrt.
In Kandel angekommen, waren einige recht müde, aber zufrieden.
Ich glaube, es kann das Resümee gezogen werden, dass es allen in Südfrankreich gefallen hat und wir trotz des recht schlechten Wetters eine schöne Abschlussfahrt hatten. Die Leistungskurse Chemie und Biologie können wohl zurecht behaupten: Cannes kann!- und somit auch ein Dankeschön an Frau Engewald und Herrn Biernoth, die einen großen Teil dazu beigetragen haben, dass die Klassenfahrt so war, wie sie eben war, nämlich unvergesslich toll!
… auch wenn Cannes nach unserer Woche Südfrankreich wieder um die wahren Reichen und Schönen ärmer ist.

    Melanie Baumann 12 eImage

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 23 Juni 2010 )
 
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